Wohin entwickelt sich das Kommunikationsmanagement? Künstliche Intelligenz wird den Bedarf an strategischen Kommunikatoren nicht verringern, sondern weiter steigern. Ein Gespräch mit dem Fachmagazin Kommunikationsmanager (Ausgabe 03/2026) über kommunikatives Selbstverständnis und die Verbindung von Kommunikation und Management.

Herr Prof. Dr. Ehrhart, Sie haben angekündigt, Bosch zum Ende des Jahres zu verlassen und sich künftig stärker auf Projekte außerhalb des Unternehmens zu konzentrieren. Was steht in den nächsten Monaten ganz oben auf Ihrer Prioritätenliste – als Kommunikationschef und als Führungskraft?
Christof Ehrhart: Nach drei Jahrzehnten in internationalen Kommunikationsverantwortungen werde ich ein neues Kapitel aufschlagen. Ich war Chief Communication Officer in der Medienwirtschaft, der Pharmabranche, der Tabakindustrie, in Luft-, Raumfahrt und Verteidigung, in der Logistik und jetzt im Technologiekonzern Bosch. Seit meinem Start in den 90er-Jahren habe ich alle Zyklen des wirtschaftlichen Geschehens von Boom bis Krise erlebt und kommunikativ begleitet. Nachdem ich als Kommunikator buchstäblich alles gesehen habe, will ich mein Wissen jetzt über ein einzelnes Unternehmen hinaus teilen. Von gelingender Kommunikation hängt aktuell in Wirtschaft und Politik sehr viel ab und dazu kann ich Beiträge leisten. Bis zum Ende des Jahres unterstütze ich nach Kräften die neue Geschäftsführung auf ihren ersten Metern und arbeite zugleich daran, mich für mein Kommunikationsteam möglichst entbehrlich zu machen. Mein Alltag hat sich durch die Ankündigung meines Abgangs nicht geändert, und meine Tage beginnen weiter um 7.30 Uhr mit dem Lagebild für das Topmanagement.
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