Unverzüglich in blühende Landschaften? – Transformation braucht Kommunikation und Zeit

Eine im Oktober von der Universität Leipzig vorgestellte Studie unter der Leitung von Ansgar Zerfaß offenbart – nicht zum ersten Mal – ein hohes Maß an Misstrauen und Unverständnis der deutschen und europäischen Bevölkerung gegenüber denjenigen, die wesentliche Verantwortung für die Herstellung von Öffentlichkeit tragen: Nur etwas mehr als acht Prozent der Deutschen vertraut Kommunikatoren und PR-Verantwortlichen. Journalisten ergeht es mit rund 17 Prozent nicht viel besser. Zum Vergleich: externe Berater und Wissenschaftler kommen auf 37 Prozent. Dabei wird das Kommunikationsmanagement in allen europäischen Ländern vor allem als Aufgabe wahrgenommen, die in der zielorientierten Steuerung von Kommunikation besteht (36 Prozent Zustimmung). Nur 26 % der Befragten verstehen den Aufbau von wertstiftenden Dialogen als wesentliche Aufgabe der PR.

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Sprachlos – Vom Sound der Kommunikation im digitalen Zeitalter

Fast war sie angesichts der Dominanz stehender und bewegter Bilder in Vergessenheit geraten. Jetzt wird mit zunehmender Sorge über ihre wachsende Verrohung, einseitige Instrumentalisierung und zunehmende Simplifizierung geklagt: gesprochene und geschriebene Sprache im öffentlichen Diskurs.

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Kommunikative Selbstvergewisserung – Unternehmen zwischen Purpose und Pose

Im Jahr 1970 diktierte der spätere Wirtschaftsnobelpreisträger Milton Friedman dem Magazin der New York Times seine Sicht auf die gesellschaftliche Verantwortung eines Unternehmens in die Feder: „Die soziale Verantwortung der Wirtschaft ist es, ihre Profite zu vergrößern“. Er vermittelte damit ein Verständnis von Unternehmertum, wie es Adam Smith schon im 18. Jahrhundert in die Metapher der Unsichtbaren Hand gekleidet hatte: Ohne direkt nach der Optimierung des Gemeinwohl zu streben, sorge der eigennützlich agierende Marktteilnehmer –  von unsichtbarer Hand geleitet – für eine optimale Verteilung knapper Güter. Knapp ein halbes Jahrhundert nach Friedmans plakativer Aussage haben sich die gesellschaftlichen Erwartungen an Unternehmen dramatisch verändert, somit auch ihr Selbstverständnis und das ihrer Führungskräfte.

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Diese Arbeit braucht kein Mensch? – der Kommunikator als Stimmungsmanager

Für erfahrene Praktiker unserer Disziplin ist es keine Neuigkeit: PR-Manager werden dafür bezahlt, sich auch um Dinge zu kümmern, für die keiner zuständig ist. Der Bogen reicht von diffusen Kooperationsanfragen ohne klare Adressaten über in Sütterlin verfasste zahlenmystisch begründete Kundenbeschwerden bis hin zu der mit allerlei Fallstricken versehenen alljährlichen Schicksalsfrage: Wie gestalten wir die Weihnachtskarte? Die Problemstellung reicht aber tiefer. Es gehört zur Berufsbeschreibung des Kommunikationsmanagers Verantwortung zu übernehmen, wo es keine individuelle Verantwortung gibt. Oder glaubt jemand ernsthaft, das öffentliche Ansehen einer Organisation hinge von einer einzelnen Person ab oder ließe sich vom archimedischen Punkt des Kommunikationsmanagements aus beliebig gestalten?

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Übe, übe, übe und dann vergiss alles! Jazz als Inspiration für agiles Kommunikationsmanagement

Das Leben ist keine Rechenaufgabe, für die es die eindeutige oder gar die richtige Lösung gibt. Der Umstand, dass der Mensch sein Dasein im beständigen Austausch mit so schwer kalkulierbaren Umweltfaktoren wie seiner natürlichen Umgebung und seinen mit je eigenen Sehnsüchten und Leidenschaften versehenen Mitmenschen fristet, führt zu beständigen Wechselwirkungen und Überraschungseffekten. Jean-Paul Sartre hat das mit Bezug auf ein für ihn eher ungewöhnliches Metier in treffende Worte gefasst: “Bei einem Fußballspiel verkompliziert sich allerdings alles durch die Anwesenheit der gegnerischen Mannschaft.” Blickt man auf den Kanon moderner Managementmethoden seit dem Beginn der Industrialisierung, gewinnt man den Eindruck, dass die Eigendynamik des Menschen bisher vor allem als Herausforderung betrachtet wurde, die es zu kanalisieren und zu bändigen gilt, um angestrebte Ziele zu erreichen. Taylorismus, Fordismus, Management by Objectives: immer ging es im Kern um Quantifizierung, Standardisierung und Kontrolle. Erst mit der Beschleunigung und Verkomplizierung des Wirtschaftsgeschehens vor allem durch Globalisierung und Digitalisierung wurden auch die Schwächen dieser Art des Managements deutlich erkennbar. Zwar erreicht man verlässlich Ziele, aber um den Preis nur langsamer Anpassung an Veränderungen und mangelnder Nutzung aller Ideen und kreativen Potentiale der Mitarbeiter.

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